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Gravitationswellen-Entdeckung: Einstein, Zweistein, Vielstein

Die Entdeckung von Gravitationswellen ist ein wissenschaftlicher Durchbruch, der mit dem Nobelpreis belohnt werden sollte. Doch nicht ein einzelner Forscher sollte ihn bekommen - alle Beteiligten haben ihn verdient.
 
Kleine Quizfrage: Wie oft haben Frauen bisher den Nobelpreis für Physik bekommen? Gut, Marie Curie ist vielleicht einfach. 1903 war das. Und dann noch, ich musste das nachschlagen, Maria Goeppert-Mayer im Jahr 1963. Also insgesamt zwei Mal. Oder: Genau so oft, wie der Amerikaner John Bardeen ihn bekommen hat.
 
Für gewöhnlich bekommen honorige ältere Herren den Preis, genau 198 männliche Preisträger gibt es bisher.
 
Als Favoriten für die Auszeichnung in diesem Jahr dürfen seit Donnerstag Wissenschaftler gelten, die sich um den experimentellen Nachweis von Gravitationswellen verdient gemacht haben. Für indirekte Hinweise auf die Wellen haben zwei Astronomen schon 1993 einen Nobelpreis erhalten. Und nun sind die Dinger quasi auf frischer Tat ertappt worden. Es ist eine wissenschaftliche Jahrhundertentdeckung, die da gelungen ist. Astronomen hoffen, dass sie unseren Blick auf das Universum revolutionieren wird.
 
Vielleicht gibt's den Preis auch noch nicht in diesem Jahr, dann eben später. Aber geben dürfte es ihn wohl. Doch wer könnte ihn bekommen? Der entscheidende Artikel im Fachmagazin "Physical Review Letters" hat mehr als 1000 Autoren. Und so funktioniert das heutzutage in den Naturwissenschaften eben oft. Klar, es gibt sie immer noch, die einsamen Genies, die in ihren Schreibstuben ein wissenschaftliches Feld revolutioniert haben. Doch bei Großexperimenten sind es meist internationale Kollaborationen mit Hunderten Mitgliedern, in denen die Forschung vorangebracht wird.
 
So war es auch bei der Entdeckung des Higgs-Bosons. Die wurde 2013 mit dem Physik-Nobelpreis belohnt - allerdings gab es den nicht etwa für das Kernforschungszentrum Cern, in dessen Teilchenbeschleuniger das scheue Partikel aufgespürt wurde. Tausende Menschen haben daran mitgearbeitet. Stattdessen wurden François Englert und Peter Higgs geehrt, die sich vor Jahrzehnten theoretisch mit der Sache befasst hatten. Sie haben den Preis gewiss verdient, aber eben nicht nur sie.
 
Die Jury erwähnte damals das Cern, zeichnete es aber nicht mit aus. Dort gab man sich trotzdem zufrieden. Wer die Ehrung letzten Ende bekomme, sei ja nicht so wichtig, das Lob für das Forschungsfeld der Teilchenphysik entscheidend. Doch schon damals gab es Streit im Nobelkomitee, ob die Entscheidung richtig war, das Cern auszulassen.
 
Durchbruch
 
Revolutionäre Entdeckung: Physiker messen erstmals Gravitationswellen
 
Beim Friedensnobelpreis ist es seit langem üblich, dass auch Organisationen ausgezeichnet werden können. 26 Mal war das bisher der Fall, zuletzt konnte sich eine Dialoggruppe für ihren Beitrag zum Aufbau einer pluralistischen Gesellschaft in Tunesien freuen. Es wird Zeit, dass sich auch die Nobel-Komitees in den Naturwissenschaften dazu durchringen, Strukturen statt immer nur Köpfe in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen.
Fragt man Gunnar Ingelman von der Universität Uppsala, den aktuellen Sekretär des Nobelpreiskomitees für Physik, ob auch eine Organisation die Ehrung bekommen könne, spricht er von einer "schwierigen Frage". Die Diskussionen über diese Frage in Stockholm werden sicher nicht einfach werden.
Schön wäre es, wenn nicht am Ende wieder ein weißhaariger alter Mann den Preis in den Händen hielte.
Ach ja, die Sprecherin der Ligo Scientific Collaboration, das ist der Forschungsverbund, der die Gravitationswellen jetzt entdeckt hat, heißt übrigens Gabriela González. Sie arbeitet an der Louisiana State University in Baton Rouge. Nur falls sich das Nobelkomitee fragen sollte, bei wem man möglicherweise anrufen könnte.
 
Quelle: www.spiegel.de
 
die Gravitationswelle – fala grawitacyjna
auf frischer Tat ertappen – złapać na gorącym uczynku
wissenschaftlich – naukowy
die Jahrhundertentdeckung – odkrycie stulecia
gelungen – udany
das Universum – uniwersum, wszechświat
das Fachmagazin – czasopismo, magazyn specjalistyczny
die Naturwissenschaften – nauki przyrodnicze
die Kollaboration – współpraca
das Kernforschungszentrum – centrum badań jądrowych
der Teilchenbeschleuniger – akcelerator
scheu – płochy
das Partikel – cząstka
der Durchbruch – przełom
sich dazu durchringen, etw. zu tun – przemóc się, by coś zrobić
der Forschungsverbund – stowarzyszenie badawcze (zespół badawczy)
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